Der grüne Mann – eine innere Qualität, keine Rolle
Der grüne Mann ist ein geheimnisvolles Wesen, das mit der Natur verbunden ist; er schöpft aus ihr Kraft und gibt diese auch zurück, indem er heilt und beschützt. In vielerlei Hinsicht wurde er verehrt: Als Gott des Waldes, als Cernunnos, als Gott des Weines oder als Gott der Tiere – doch immer war er der Hüter des Lebens und des Todes. Der „grüne Mann“ ist kein Gott, kein Ideal und kein Ziel, das es zu erreichen gilt; er ist eine innere Qualität, die erscheint, wenn Verbindungen wiederhergestellt werden – zur eigenen Lebendigkeit, zur Natur, zum Prozess des Werdens und Vergehens und zu anderen Menschen. Er symbolisiert Verwurzelung und Beweglichkeit zugleich, Schutz und Durchlässigkeit, Veränderung, Loslassen und eine Art von Kraft, die nicht aus Abgrenzung, sondern aus Verbindung entsteht.
Vier Tage erleben wir uns in diesem Männerseminar in der Natur in einem Kreis von gleichgesinnten Männern und begeben uns auf Spurensuche nach unserem eigenen inneren grünen Mann. Wir verbringen viel Zeit in der Natur, allein oder gemeinsam, und tauschen uns aus. Es geht nicht um das Erreichen von Zielen oder das Überschreiten von Grenzen; vielmehr geht es darum, anderen und vor allem uns selbst aufmerksam zuzuhören und dem, was in uns steckt, eine Stimme und einen Ausdruck zu geben. Verschiedene Übungen, Körperarbeit, Rituale, das Unterwegssein, Zeiten in der Natur und ein Freundeskreis von Männern werden uns dabei unterstützen, wobei es nicht darum geht, ein Ergebnis zu erreichen, sondern das zu erleben, was sich zeigt.

