Angst als Teil unseres Menschseins
Angst reagiert auf das Gefühl der Unsicherheit. Sie tritt auf, wenn es an Orientierung mangelt oder wenn etwas wichtig ist. In ihrer gesunden Ausprägung ist sie aufmerksam, sensibel und handlungsfähig. Sie hat Grenzen, warnt uns vor Überlastung und unterstützt uns dabei, einen Moment auszusetzen.
Aber viele von uns haben gelernt, mit Angst zu kämpfen oder sie zu ignorieren. Auf lange Sicht bewirken beide Dinge, dass sie sich verstärkt. Angst, die man nicht hören will, zwingt dazu, laut zu schreien. Oftmals verlieren sie den Kontakt zu ihrem eigenen Körper, wenn sie versuchen, ihn zu kontrollieren. Deshalb bedeutet es, Angst zu verstehen und mit ihr umzugehen, sie nicht zu analysieren oder zu beseitigen, sondern ihr einen Platz zu geben – einen Platz, an dem sie nicht das Steuer übernimmt, aber auch nicht ausgeschlossen wird. Die Fähigkeit, Angst zu verstehen und mit ihr umzugehen, beinhaltet die Einsicht in ihren Sinn, ohne dass man von ihr kontrolliert wird.
Wenn Unsicherheit zum Dauerzustand wird
Die Zeiten, in denen Unsicherheit die Ausnahme war, sind vorbei; sie gehört jetzt zum Grundrauschen. Unser Nervensystem wird direkt von Nachrichten, Bildern und Prognosen beeinflusst – oft geschieht dies schneller, als wir sie bewusst einordnen können. Dabei wird Angst bewusst verstärkt, vereinfacht oder als Werkzeug genutzt. Sie wird zum Werkzeug, um Aufmerksamkeit zu binden, Meinungen zu formen und Verhalten zu steuern. Angst zu verstehen und mit ihr umzugehen, macht einen weniger manipulierbar und hilft, auch in stürmischen Zeiten bei sich zu bleiben.
In diesem Seminar betrachten wir genau: Welche Auswirkungen hat Angst auf den Körper? Welche Reaktionen zeigt das Nervensystem auf Dauerstress? Und wie erkennen wir, dass wir anfangen, uns innerlich zu verlieren? Es ist kein theoretischer Akt; dieses Verstehen ist der erste Schritt zurück zu Selbstwirksamkeit und innerer Klarheit.
Standhalten heißt nicht, keine Angst zu haben
Mut ist nicht, keine Angst zu haben. Echte Courage ist, auch wenn man Angst hat, handlungsfähig zu bleiben. Den Boden unter den Füßen zu spüren, auch wenn es innerlich stürmt, das ist es, was Standhalten bedeutet. Es ist wie ein Balanceakt: sich nicht von jeder Welle mitreißen zu lassen, aber auch nicht zu verhärten.
Dieses Seminar hat genau das zum Ziel: die Fähigkeit zu stärken, Angst wahrzunehmen, ohne ihr ausgeliefert zu sein. Ihnen Raum geben, ohne sich mit ihnen zu identifizieren. Und einen inneren Ort zu entdecken, von dem aus Entscheidungen wieder aus der Stimmigkeit heraus getroffen werden können.
Worum es in diesem Seminar wirklich geht
Dieses Seminar ist weder ein Training noch eine Methode zur Angstbewältigung. Es handelt sich um einen Erfahrungsraum. Unser Ansatz umfasst Wahrnehmung, Information, einfache Übungen, Kontakt zur Natur, Nachtaufenthalte in der Natur, Austausch und Stille. Es ist nicht das Ziel, etwas zu erreichen; vielmehr geht es darum, wieder in Kontakt zu kommen – mit dem, was dich WIRKLICH trägt.
Du erfährst, wie Angst entsteht, welche Rolle sie spielt und wie du mit ihr umgehen kannst, ohne dich selbst zu verlieren. Du erhältst keine Rezepte, sondern eine Orientierung. Keine Zusagen, sondern Halt.
Für wen dieses Seminar gedacht ist
Dieses Seminar ist für alle, die spüren, dass sie in unsicheren Zeiten innerlich stabil bleiben möchten. Für Menschen, die Angst nicht länger verdrängen oder überdramatisieren wollen, sondern ihr auf eine reife, menschliche Art begegnen möchten. Es ist für jeden geeignet, der sich nach mehr innerer Stabilität, Klarheit und Bodenhaftung sehnt – egal, ob er gerade eine akute Krise erlebt oder einfach das Gefühl hat, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Letztlich handelt es sich um etwas sehr Einfaches, aber auch sehr Wichtiges: sich immer wieder bei sich selbst zu finden, selbst wenn die Welt um einen herum turbulent ist. Die Angst zu begreifen und mit ihr umzugehen – nicht im Kampf gegen sie, sondern gemeinsam mit ihr.