Die Schriftstellerin Marie Luise Kaschnitz lebte von 1941 bis 1974 im Frankfurter Westend. In ihrem Buch „Aufzeichnungen aus der Wiesenau“ schildert sie den gesellschaftlichen Aufbruch nach dem Zweiten Weltkrieg, studentische Proteste und tiefgreifende städtebauliche Veränderungen. Der Rundgang folgt ihren Spuren durch ein literarisch und politisch aufgeladenes Viertel.
Diese Führung lädt uns ein zu einem literarisch-historischen Rundgang durch das Frankfurter Westend, einem Stadtteil, der wie kaum ein anderer für die gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Umbrüche der Nachkriegszeit steht. Marie Luise Kaschnitz lebte hier von 1941 bis 1974, viele Jahre davon in der Wiesenau 8, und machte das Viertel zum Schauplatz ihrer literarischen Beobachtungen.
Ausgehend von ihrem Werk „Aufzeichnungen aus der Wiesenau“ thematisiert der Rundgang die Jahre des Aufbruchs nach dem Zweiten Weltkrieg, die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen im Umfeld der Frankfurter Universität sowie die studentischen Protestbewegungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den baulichen Veränderungen im Westend, die durch eine massive Grundstücksspekulation ausgelöst wurden und den Stadtteil zu einem Brennpunkt gesellschaftlicher Konflikte machten.
Kaschnitz erlebte diese Umbrüche unmittelbar – sie beeinflussten ihr eigenes Leben ebenso wie das ihrer Freunde und Schriftstellerkollegen, darunter Paul Celan und Peter Handke. Der Suhrkamp- und Inselverlag in der Lindenstraße erscheint dabei als eines der zentralen Orte der literarischen Verarbeitung neuer Denkansätze jener Zeit.
Der Rundgang führt uns zu wichtigen Stationen im Westend, darunter das Café Laumer, der Palmengarten sowie die Wohn- und Arbeitsorte von Wegbegleitern der Autorin.
Geleitet wird die Führung von Christian Setzepfandt, der diesen besonderen Abschnitt der Frankfurter Literatur- und Stadtgeschichte kenntnisreich und anschaulich vermittelt.