Sozialraumorientierung in der Praxis helfender Berufe

Sozialraumorientierung in der Praxis helfender Berufe

Dieses Seminar ist auch Teil des Zertifikatlehrgangs "MentorIn für sozialraumorientierte Arbeit": http://t1p.de/twnm

Kurzbeschreibung:

Systematische Darstellung des Fachkonzepts „Sozialraumorientierung“ mit den entsprechenden methodischen, strukturellen und finanzierungstechnischen Implikationen

Sozialraumorientierung als Fachkonzept prägt seit vielen Jahren die professionelle Arbeit, vor allem im Sozial- und Gesundheitsbereich. Im Fokus des Seminars steht die Professionalisierung der inneren Haltung, der aufmerksame Ressourcenblick sowohl für individuelle Kompetenzen als auch für sozialräumliche Netze sowie ein zielgruppenübergreifender Zugang in sozialräumliche Einheiten.

Ziele:

Die Teilnehmer kennen die zentralen Prinzipien sozialraumorientierter Arbeit. Sie sind in der Lage, auf dieser Grundlage ihren beruflichen Alltag zu analysieren und entwickeln Ideen für konkrete Übertragungsmöglichkeiten und praktische Anwendung. Sie überprüfen ihre professionellen Kompetenzen im Hinblick auf die fachlichen Prinzipien der SRO und verfügen über Anregungen für entsprechenden weiteren Kompetenzerwerb.

1. Orientierung am Willen der Menschen
2. Aktivierende Arbeit vor betreuender Tätigkeit
3. Aus eigener Kraft erreichbare Ziele, unter Verwendung personeller und sozialräumlicher Ressourcen
4. Zielgruppen- und bereichsübergreifend arbeiten
5. Vernetzung und Kooperation verschiedener Dienste

Zielgruppe:

Fach- und Führungskräfte aus Sozial- und Gesundheitsberufen aus sozialen Einrichtungen der Jugendhilfe, Behindertenhilfe, der Gemeinwesenarbeit und der psychiatrischen Versorgung.

Methodik:

Fachvortrag
Analyse von Einzelfällen
Angeleitete Einzel- und Gruppenarbeit

Inhalt:

Theoretische Grundlagen der Sozialraumorientierung im Hinblick auf weitläufige, strategische Hilfeplanung und konkrete, praktischen Anwendung in Ihrem Beruf und/oder des ganzen Unternehmens.

Sozialraumorientierung als Fachkonzept prägt seit vielen Jahren die professionelle Arbeit insbesondere in Einrichtungen der Jugendhilfe, der Behindertenhilfe, des Quartiermanagements und der gemeindenahen Psychiatrie, auch und insbesondere in den deutschsprachigen Ländern. In der sozialraumorientierten Praxis geht es weniger darum, (leistungsberechtigte) Menschen auf der Grundlage eines breiten Methodenarsenals in irgendeiner Weise zu verändern, sondern vielmehr darum, räumliche und institutionelle Arrangement so zu gestalten, dass sie Menschen in prekären Lebenslagen ermöglichen, selbstbestimmt und auf der Grundlage selbstgesetzter Ziele zu leben und sich zu entfalten und dabei passgenaue Unterstützung durch kreative professionelle Settings zu erfahren. Sozialraumorientierung beschreibt somit zuvorderst eine Haltung, aus der heraus Menschen mit ihrem Eigensinn, ihren Lebensentwürfen und ihren individuellen Stärken zutiefst respektiert und geachtet werden. Auf dieser Grundlage werden fachliche Prinzipien formuliert, die einerseits handlungsleitend sind für die Tätigkeit der jeweiligen Fachkräfte, andererseits aber auch die Basis bilden für entsprechende institutionelle Strukturen, Finanzierungsformen und den Aufbau regionaler Hilfesysteme. Ein wesentliches Element ist dabei die Überwindung der versäulten Hilfesysteme zugunsten flexibler Formen von institutionellen Arrangements, die sich hochgradig passgenau auf die jeweils von den betroffenen Menschen formulierten Ziele beziehen und jenseits vorgehaltener Maßnahmen passgenaue Unterstützungssetting anbieten, die der Lebenssituation des einzelnen Menschen flexibel gerecht werden. Klassische, häufig auf Betreuung zielende Arrangements werden dabei ersetzt durch Settings, die in aktivierender Weise die Eigenaktivität der betroffenen Menschen unterstützen und professionelle Hilfen immer nur als eine von verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten verstehen, die nur in Kombination insbesondere mit lebensweltlichen Ressourcen ihre Qualität entfalten.

Wesentlich für professionelles Handeln ist dabei der konsequente Ansatz am Willen der Menschen, eine aktivitätsfördernde Haltung, ein aufmerksamer Ressourcenblick sowohl für individuelle Kompetenzen als auch für sozialräumliche Netze, ein zielgruppenübergreifender Zugang in sozialräumlichen Einheiten sowie eine Abkehr vom Konkurrenzprinzip in der Anbieterszene hin zu regionalen kooperativen Systemen, in denen die entscheidende Steuerungsgröße nicht mehr der Einzelfall sondern das jeweilige Territorium ist.

Referent:

Univ. Prof. Dr. Wolfgang Hinte

Univ. Prof. Dr. Wolfgang Hinte, Hochschullehrer i. R., langjähriger Leiter des „Institut für Stadtteilentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit und Beratung“ (ISSAB) der Universität Duisburg-Essen; umfangreiche Beratungs- und Seminarpraxis sowie Tätigkeit in der Organisationsentwicklung und Personalqualifizierung im sozialen und pädagogischen Bereich bei öffentlichen und freien Trägern in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

 

 

 

 

 

 

 

 

Seminar Sozialraumorientierung in der Praxis helfender Berufe
Nummer 04919
Datum 19/02/2019 – 20/02/2019
Dauer 2 Tag(e) - 2 Module
Wochentag Di, Mi
Preis € 195,00 – 250,00
Kontakt Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe
Pfeilgasse 16
1080 Vienna
Tel. +43(0)676 / 843 072 179
www.sozialakademie.at
Anmeldeschluss 17/02/2019 23:55
Status Ausgebucht / Anmeldefrist abgelaufen
Nr. Datum Zeit Beschreibung Ort Adresse
1 19/02/2019 13:00 – 17:00 Sozialraumorientierung ProSoz Winckelmannstraße 22, 1150 Vienna
2 20/02/2019 09:00 – 17:00 Sozialraumorientierung ProSoz Winckelmannstraße 22, 1150 Vienna