Kulturelle Vielfalt und sexuelle Bildung

 

Kulturelle Vielfalt und sexuelle Bildung

 

Kurzbeschreibung:

Sexuelle Bildung von geflüchteten Menschen, die erst seit kurzer Zeit in Österreich leben ist besonders aktuell, wichtig und schwierig. Neben der Vermittlung von Sprache und Basiswissen geht es vor allem auch um Vermittlung von Vorstellungen zu Beziehung und Sexualität, Rollenbildern und Kennenlernen. Welche kulturellen Unterschiede hierbei eine Rolle spielen, mit welchen Tabus wir es zu tun haben und wie sexualpädagogische Arbeit mit Flüchtlingen gut gelingen kann – diesen Fragen widmet sich dieses Seminar mit dem Sexualpädagogen Stephan Hloch.

 

Ziele:

  • Das Thema Sexualität im Kontakt und in der Arbeit mit geflüchteten Menschen besprechbar machen!
  • Reflexion und Haltung
  • Zugänge zu tabuisierten Themen finden
  • kulturelle Unterschiede reflektieren
  • methoden- und praxisorientierte Herangehensweise
  • Wissen über sexuelle und reproduktive Rechte
  • Austausch und Diskussion

 

Zielgruppen:

  • Menschen, die sich in ihrer Arbeit mit Sexualität beschäftigen
  • Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten

 

Methodik:

Fachlicher Input, Fallbeispiele und Durchspielen von Fragen, sexualpädagogische Methoden, Gruppenarbeiten, Diskussion

 

Inhalt:

  • In den Beziehungswelten und der Sexualität werden Kulturunterschiede besonders augenscheinlich. Strenge familiäre Regeln, religiöse Ge- und Verbote, kinderreiche Familien und starre Geschlechterrollen sind Teil der Sozialisation von Teilen der in Österreich aufwachsenden Kindern und Jugendlichen, deren Familien Migrationsbiographie haben. Zusätzlich begegnen wir in der jüngeren Zeit Jugendlichen, die erst wenige Monate in Österreich verbracht haben: Ein syrischer Bursche der eine Freundin kennenlernen möchte und Mädchen in der Straßenbahn anspricht. Ein Mädchen aus Afghanistan, das nicht versteht, was es bedeutet einen „Freund“ zu haben. Ein Bursche aus Somalia, der mit 17 Jahren zum ersten Mal davon hört, dass Frauen die Regelblutung haben. Verwirrung, dass es möglich ist Kinder zu haben ohne verheiratet zu sein. Viele Missverständnisse entstehen auch aus mangelndem Wissen um informelle Regeln, sowie unrealistischen Erwartungen.

    In unseren sexualpädagogischen Arbeit mit hauptsächlich männlichen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen versuchen wir daher weniger „Werte“ als vielmehr „sexuelle Rechte“ zu vermitteln. Diese sollen Gleichbehandlung, persönliche Integrität und Selbstbestimmung garantieren. Sie gelten für alle Menschen und sind nicht verhandelbar. Das Hauptinteresse der Jugendlichen liegt aber oftmals darin, kulturelle Besonderheiten kennen zu lernen. Diese werden in Form von kulturellen sexuellen Skripten vorgestellt und diskutiert. Oftmals entsteht vermeintliches Fehlverhalten auch aus mangelndem Wissen dieser Skripte und wäre besser als Missverständnis zu interpretieren.

    Weitere Inhalte der Fortbildung

  • Besonderheiten in der Arbeit mit geflüchteten Jugendlichen

  • Typische Themen und Fragen der Jugendlichen

  • Normen, Werte und Tabus

  • Konzept der menschenrechtsbasierten Sexualpädagogik

  • Liebes- und Beziehungsskripte

 

ReferntIn:

Mag. Stephan Hloch

Psychologe und Sexualpädagoge sowie tätig für ÖGF (Österreichische Gesellschaft für Familienplanung)

 

 

Seminar Kulturelle Vielfalt und sexuelle Bildung
Nummer 06219
Datum 17/05/2019 – 17/05/2019
Dauer 1 Tag(e) - 1 Modul
Wochentag Fr
Preis € 135,00 – 150,00
Kontakt Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe
Pfeilgasse 16
1080 Vienna
Tel. +43(0)676 / 843 072 179
www.sozialakademie.at
Anmeldeschluss 14/05/2019 23:55
Status Für Anmeldungen geöffnet
Nr. Datum Zeit Beschreibung Ort Adresse
1 17/05/2019 09:00 – 17:00 Kulturelle Vielfalt und sexuelle Bildung WIFI OÖ Wiener Straße 150, 4020 Oberösterreich